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Das Virus kommt nicht mit dem Wind oder wie ein radioaktiver Fallout: Es ist so babyeierleicht, sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen: Abstand und Hygiene. Da, wo es eng wird: Atemmasken tragen. Und gut is’.

Scheint aber vor allem Männern in der S-Bahn Probleme zu bereiten. Viele tragen ihre Masken gar nicht, oder am Kinn oder über dem Mund. Die Nase des Johannes bleibt frei. Statussymbol oder Statement? Dummheit oder Dreistigkeit? Mundgeruch? Wer den ÖPNV nutzt, lebt gefährlich. Jetzt erst recht.

Deshalb verteile ich den Mecker-Zettel nicht. Damit ich keine Faust aufs Maul kriege. Aber sich stattdessen das Virus zu fangen, ist auch keine Option.

Wer weiß Rat?

Erdbeerherz.

Heute hat mein Vater Geburtstag. Meine Mutter hätte ihm drei Erdbeerkuchen gebacken, Kinder und Enkel wären gekommen, wir hätten uns darauf gestürzt, jeder hätte so viel gegessen wie möglich. Wir waren und sind stolz darauf, wieviel wir essen können. Und mein Vater wäre glücklich gewesen, weil wir alle da sind und  satt sind.

So war er: Mit vollen Händen, mit riesengroßem Herzen wollte er seine Lieben glücklich machen, für sie sorgen. Und nicht nur für die: Er war auch derjenige, der brachte, was man brauchte – und mehr. Ja, er wäre einer von denen gewesen, die in der Krise Klopapier und Mehl und Hefe besorgt hätte für alle, die er kannte. Das waren keine Hamsterkäufe, das war Liebe. Er wollte Freude bereiten. Wenn er samstags Brötchen brachte, waren es nicht drei wie bestellt – in der Tüte waren sechs. Wenn er Cheeseburger als Überraschung für das Enkelkind holte, gab es auch welche für die Nachbarkinder samt ihren Eltern. Wenn er seinem Neffen eine Uhr zum Geburtstag schenkte, bekamen die anderen sieben Neffen und Nichten auch eine – damit keiner traurig ist. Er war lieb und großzügig, gesellig und fröhlich, er wollte nur das Beste und schoss ständig über das Ziel hinaus.

Seine älteste Tochter fand ihn too much, wir hatten kein wirklich gutes Verhältnis. Ich war undankbar, ungeduldig, böse mit ihm. Erst viel zu spät erkannte ich das Flüchtlingskind, dass als Deutscher und später in Deutschland als Pole gehasst wurde. Der erleben musste, wie der Krieg acht Geschwister fraß. Der bei der Bundeswehr Anerkennung fand und im Bayrischen eine Heimat, die er verloren hatte. Der nach Jahren der ehrenamtlichen Unterstützung entlassener Strafgefangener und hundert Enttäuschungen seine Grenzen enger zog, der in den 70ern anfing, sich politisch zu engagieren, um das Land sicher zu machen – für uns.

Der mir meinen alten Golf, den er durch den TÜV bringen wollte, in fünf verschiedenen Grüntönen lackiert zurückgab. Weil ich doch eine Grüne bin. Er hatte noch Farbe im Keller. Seine Art, mir zu zeigen, dass er mich akzeptierte, obwohl er langhaarige Bombenleger aka Grüne hasste. Doch ich wollte den Wagen sofort in der Elbe versenken. Wir verstanden uns nicht.

Papa, das Gartentürchen, dass Du gezimmert hast, hat noch einige Jahre gehalten. Das Parkplatzschild mit dem Auto-Kennzeichen steht noch. Und der Wagen, den Du für uns gefunden hast, der fährt auch immer noch. Ich vermisse Dich so.

Sie können auch anders.

Vorgestern im Super-Supermarkt, ich konnte in der langen Nachbarschlange vor der Kasse nicht umhin zu bemerken, dass es nebenan einen Unfall gegeben hatte: Jemand war zu Boden gegangen, drei Männer waren zur Stelle: Zwei stützten das alte Menschlein mit Händen und Armen so, dass es geborgen war, einer versorgte eine Platzwunde am kahlen Köpfchen. Während ich mit bangem Herzen auf den Rettungswagen wartete, piepste es manchmal schwach – es war bei Bewusstsein. Ich konnte eine Perücke auf dem Boden sehen, geschwollene Knöchel in dicken Gesundheitsschuhen, graue Kompressionsstrümpfe. Als die Sanitäter eintrafen, zahlte ich gerade, und nicht nur ich weinte: Irgendjemand hatte seine Mutter heute nicht verloren.

Die drei Helfer kannten sich untereinander nicht, und ich hätte unter normalen Umständen mit keinem von ihnen gern gesprochen. Bei einem hätte ich sogar die Straßenseite gewechselt, wenn ich ihm begegnet wäre. Aber nun möchte ich sagen:

Ihr Arschlöcher und Pissflitschen, ihr Vollidioten, ihr Dumpfbacken, ihr Hornochsen und Schweinepriester, ihr Hackfressen und Flachwichser: Was bin ich froh, Euch wieder draußen zu sehen.

 

Tulpen-Momente.

Böse Zungen behaupten, ich könne einem einfach alles vermiesen. Unter uns: Kann ich wirklich. Ist aber nicht gemein gemeint, sondern eher lessingsch: Lass uns die Dinge so sehen, wie sie sind. Und nicht, wie sie scheinen. Gerade deshalb habe ich heute nach unschuldigen Momenten gesucht, wohlwissend, dass sie es sind, die Freude bereiten können. Die brauchen wir alle. Und auch wenn wir mit 1.000 Tulpenphotos nichts gegen Covid 19 ausrichten können – die Tulpen blühen trotzdem. In diesem Sinne, hier sind meine Tulpen-Momente vom Wochenende:

Das Apfelbäumchen, das seit 13 Jahren im viel zu kleinen Topf auf bessere Zeiten wartet, hat Blüten, zum ersten Mal:

Die Maiköniginnen blühen schon jetzt, jeder Blick nach oben lohnt sich:

Tulpenparty im Büro:

Und Durchhalteparolen aus Kinderhand auf Asphalt:

Bleiben Sie gesund!

 

 

So eine Riesenscheis:e.

Wenn mein Chef das so sagen darf, dann ich auch. Und wenn Sie kein Corona–Rumgejammer lesen wollen; scrollen Sie ruhig weiter. Ich muss im Real Life stark, zuversichtlich, positiv sein und permanent Durchhalteparolen raushauen. Dass ich gerade eine Art Nervenzusammenbruch habe, muss daher unter uns bleiben. Und damit das klar ist: Nicht alles wird wieder gut..

Ich bin krank, ein grippaler Infekt mit allem, was dazu gehört. Plus ein Dutzend Menschen, die mir den ganzen Tag Kurznachrichten schreiben: Warum ich verschweige, dass ich Corona habe. Warum ich das nicht wahrhaben will. Warum ich mich nicht testen lasse. Und dreimal am Tag muss ich melden, wie es mir geht. In der Erwartung, dass ich endlich die passenden Symptome beschreibe. Weil weder meine Ärztin noch ich in der Lage sind, zu erkennen, wie ernst die Lage ist.

Meine Mutter kann sich keine Pfannkuchen mehr machen. Sie wissen warum: Man kann nirgends Mehl kaufen. Diese Frau, die so viel erlebt und überlebt hat in 86 Jahren, sitzt ganz allein zu Hause und weint. Wegen Pfannkuchen.

Mein Kind wurde in Vietnam in Zwangsquarantäne genommen. Irgendeine Über-Nacht-Regelung der Regierung verlangt, dass Touristen mindestens 14 Tage isoliert werden müssen, bevor sie (aus-)reisen dürfen. (Auch wenn sie schon viel länger im Land sind.) Bis dahin sitzt sie in einem Hotelzimmer in Hanoi fest, Polizisten bewachen sie und ihren Freund. Ihren Rückflug verpassen sie, ob es danach überhaupt noch internationale Flüge gibt, weiß niemand.

Ja, danke, natürlich geht es mir gut. Habe zu essen und ein Dach über dem Kopf, Die Toten werden zwar nicht wieder lebendig, aber hej, wir leben noch. Lass uns einfach lustige Photos posten und einmal am Tag in die Hände klatschen. Is ja Frühling.

Nachtrag 27. März 2020: Marie hat es nach Hause geschafft, dank Herrn Schmidt aus der Botschaft in Hanoi. Der Mann hat haufenweise Wunder vollbracht. Meine Mama hat Mehl, jetzt fehlt Zucker. Und ich bin negativ getestet.

Wird ja viel diskutiert über den ÖPNV in Hamburg.

Öfter, pünktlicher, billiger soll er. Dann würden viel mehr Leute und so. Ich behaupte mal, das behaupten nur Leute, die keine S-Bahnen nutzen. Und die sich deshalb nicht vorstellen können, dass es nicht angenehm ist, dicht an dicht mit fremden Menschen (die nicht alle gut riechen, die nicht alle gesund sind und die beileibe nicht alle nett sind und diese Situation entspannt aushalten) wie in einem Viehtransport zur Arbeit gekarrt zu werden. Dass gilt auch für den Fall, dass man einen Sitzplatz ergattert hat: Dann befinden sich als kleines Extra Ärsche auf Augenhöhe. Ansonsten gibt es noch Tür- , Weichen-, Signal-, und Stellwerkstörungen, Stromabschaltungen wegen betriebsfremder Personen im Gleis oder Unfällen, Böschungsbrände oder abgeknickte Bäume, die für Stillstand sorgen. Ohne die Möglichkeit, auf Klo zu gehen. Ich behaupte mal, wer es sich leisten kann, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, der tut es auch. (Und das gilt so ja tatsächlich für fast alle Umweltsünder.)

In den Ferien werden die armen Deppen, die arbeiten müssen, gern mit Baumaßnahmen auf der Strecke beglückt. Das bedeutet: Schienenersatzverkehr (bitte gruselige Musik einspielen). Dieselben Leute, die in eine volle S-Bahn passen, müssen nun in einen Bus passen. Der nächste kommt vielleicht gleich, in 20 Minuten oder gar nicht. Die Leute rennen, fluchen, schubsen, während sich neongelb bewestete Security in den Weg stellt und darauf achtet, dass ihnen keiner etwas tut. Die Reisezeit, die sich „um bis zu 20 Minuten verlängern kann“, verlängert sich um bis zu 120 Minuten.

Aktuell befinde ich mich in der SEV-Hölle zwischen Tiefstack und Berliner Tor, Tag 4.  Lustige Zwischenfälle bisher: Ein Laster, der sich auf meinem persönlichen SEV-Ausweichumweg vor dem Bus quer gelegt hat. Ein Faustschlag in den Rücken, der mich bei dem Versuch, den Regionalzug nach Schwerin (wg. Alternativroute) zu stürmen, niedergestreckt hat. Ein Zugführer, der die Fahrgäste über Lautsprecher asozial nannte und deshalb die Stellwerkstörung, die ihn zum Halten zwang, als verdient pries. Eine Stromabschaltung (Gründe unbekannt) auf dem Bahnabschnitt, mit dem man den SEV erreichen konnte. Heute: Trecker-Demo. Die Busse des SEV fahren einfach einen Riesen-Umweg.

Und was soll ich sagen: Bisher bin ich immer irgendwo angekommen. Kann man nicht meckern. Oder doch?

PS: Ich möchte NICHT, dass mehr Leute und so. Mir reicht es auch so.

Liebe – was sonst?

Bald ist Valentinstag, die Vorbereitungen unter Liebenden laufen schon: Blumen? Eine Plüschmaus auf einem Plüschherz? Ein Schneidebrett? Oder doch lieber ein Pick-up Truck? Klar gibt es auch vernünftige Leute, die nicht daran glauben, dass man am 14. Februar irgendetwas mit Geschenken beweisen muss. Aber es gibt auch immer die eine Kollegin, die fragt, was denn der Liebste und so. Da will man ja antworten können, möglichst mit Hach! und So süüüüüüß!

Sagt wer? Ich, die keine Ahnung hat, da sie keinen Mann abgekriegt hat. Und die sich deshalb geradezu verzweifelt für Liebesgeschichten anderer interessiert, weil: Hoffnung, das alte Luder, Sie wissen schon. Und weil Diskussionen um Paarungen, die nicht der Norm (welche Norm?) entsprechen, grundsätzlich mehr Senf brauchen (meinen!), hier bitte, mittelscharf:

Beispiel: Ein gewisser Wendler und seine Ische. Was hat sie denn von einem lächerlichen, abgehalfterten Schlagerstar mit eigenartigem Weltbild? Und umgekehrt: Was will er denn mit einem Mädchen, das sich allen Sugar Daddys dieser Welt nackt zeigt und das für Talent hält? Das muss doch Liebe sein…

Beispiel: Frau Klum und der Tokio-Boy. Warum sollte dieses Model, die vermutlich jeden Mann, der ihre Stimme erträgt, haben kann, ausgerechnet diesen schlabberigen Zwillingsbruder haben wollen? Und was findet er bei einer vierfachen Mutti, die ihm morgens nicht einmal die Klamotten herauslegt, was er nicht auch bei einem anderen Groupie finden würde? Liebe – was sonst.

Ich finde es toll, dass Liebe blind macht. (Und vielleicht kommt ja noch ein Blinder um die Ecke, der mich toll findet. Damit ich endlich qualifiziert mitreden kann.) Weil es hier aber um korrekte Geschenke geht: Bitte kaufen Sie nichts rotes, nichts mit Herzen, nichts mit der Aufschrift „love“. Bitte backen Sie lieber einen Kuchen.

Haselnuss-Zimt-Kuchen geht leicht und schmeckt köstlich. Kleine Form buttern und mehlen. 90 g weiche Butter mit 90 g Zucker schaumig schlagen, 2 Eier nacheinander dazu. 90 g gemahlene Nüsse, 60 g Mehl und ein wenig Backpulver unterrühren. Einen Hauch Salz, einen Spritzer Zitrone und so viel Zimt dazu, bis der Teig duftet wie ein Franzbrötchen. Milch dazu, bis die Konsistenz breiig ist. In den Ofen ca. 40 Minuten, 175 C, Stäbchenprobe!

So feiert man besser die Liebe!

 

 

Von leichten und schweren Sachen.

Es ist ganz leicht, auf Mineralwasser in Plastikflaschen zu verzichten: Kaufen Sie Glasflaschen. Oder trinken Sie Leitungswasser. Oder wünschen Sie sich ein Leitungswassersprudelgerät zu Weihnachten. Dann müssen Sie auch nicht mehr so schwer schleppen.

Es ist auch ganz leicht, sich vom Inhalt eines Badezimmerschranks zu trennen, wenn der abzustürzen droht. Kann sein, dass er zu schwer war. Oder zu voll. Dort wurde alles aufbewahrt, was man an Drogen oder Drogerieartikeln vielleicht noch einmal brauchen könnte in diesem Leben: Parfümproben, Faschingsschminke (u.a. für jeden Star Wars-Charakter), gruselige Badezusätze, Spezialpflegewerkzeuge (Kennen Sie Schaumpuffs ?), niemals wohlriechende Duftöle, Döschen und Tiegelchen mit Anti-Aging-Produkten, Cremes und Salben für Wehwehchen, 17 Entnahmesets für Stuhlproben, Goldgeist & Co – bzw. Reste von all dem. Und ungeliebte Badezimmergeschenke, die man nicht einfach weiterverschenken konnte. Aber als die Spalten zwischen den geholzleimten Schrankbestandteilen größer wurden, daumendick geradezu (und wir alle wissen, wie kurz Steckverbindungen so sind…), musste er ab. Und weg, weil der Nachbar mit Kennerblick meinte: Das lohnt nicht mehr. Und die ganzen Sachen (Lagerzeit zwischen 5 und 25 Jahren, Duft  entsprechend) mussten auch weg. Das war übrigens gar nicht schwer.

Ganz, ganz schwer aber ist es, sich keinen ugly-christmas-sweater zu kaufen. Habe da einen gesehen, kuschelweich in rot und weiß mit einem Rentier und einem Schneemann, voll süß! Und ich könnte ihn zu mindestens vier Gelegenheiten tragen! Wie gut ich damit aussehen würde! Ein Photo von uns beiden könnte ich auch für meine Weihnachtsgrüße verwenden. Habe ich nicht noch einen Haarreif mit Geweih irgendwo?

Vielleicht ist schwer das neue leicht.

PS: Das Photo ist aus dem Harz, die Bäume schauen erwartungsvoll? hoffnungsvoll? leicht angeeist (!) auf uns herab…

Weihnachten – was war das noch.

Bitte nehmen Sie eine feine heiße Tasse Tee oder Kaffee zur Hand, und eine Kuscheldecke, in die Sie sich einmummeln können. Denn es ist nun an der Zeit, sich zu erinnern an all das, was Sie am Advent lieben – oder einmal geliebt haben.

Ist es der Kranz aus Tannenzweigen? Die klebrigen Bastelhände und das duftende Harz? Den Karton mit dem vorweihnachtlichen Schmuck, die fast vergessenen Schätze? Zimtröllchen, getrocknete Orangenscheiben, Anissterne? Diese lustigen kleinen Pappmaché–Fliegenpilze? Das Schleifenband mit den Weihnachts-Walen? Ein schrumpeliges Kastanien-Rentier? Kerzen, voller Vorfreude gepropft für den Moment, in dem das flüssige Wachs überquillt und man endlich kneten kann? Flackernde Lichter, heimlich kokelnde Tannennadeln?

Ist es die Weihnachtsbäckerei? Sich in Rezepte verknallen, Teig!Teig!Teig!, verbotenes Naschen, süsse Förmchen, Mehl allüberall, Zitronenguss für die Plätzchen, Liebesperlen? Oder eher die Leckereien vom Weihnachtsmarkt? Wissen Sie noch, wie ein echter Bratapfel schmeckt?

Erinnern Sie sich an Ihr Lieblingsweihnachtslied? Das, was Sie ahnen ließ, dass etwas Wunderbares geschehen wird? Oder dass es wenigstens ordentlich schneit? Können Sie den Text noch?

Hautnah spüren, dass es Menschen gibt, die einem eine Freude machen wollen. Denen wir eine Freude machen wollen. Und dass sich die Mühe lohnt. Wenn Sie geheime Wünsche hätten, so für den Fall, dass es Weihnachtsmann/gute Feen/Flaschengeister & Co. doch gäbe – welche wären es wohl? Und wer könnte sie erfüllen?

Wie Sie Weihnachten feiern sollen, kann und mag ich Ihnen nicht sagen. Aber fragen, ob Sie den ganzen blinkenden, piepsenden, grellen, albernen, hässlichen Scheiss, der Ihnen genau jetzt lärmend als Weihnachtsdekoration verkauft werden soll, wirklich haben wollen.

Der Herzog, die Bäume und ich.

Nö, ich habe keinen neuen Freund. Gemeint ist Harry, besser bekannt als der Gatte von Meghan Markle.  Der ist ja nach einer wilden Jugend doch noch ein Guter geworden, der kleine Prinzen (und bald auch Prinzessinnen?) zeugt und sich auch sonst wohltätigen Zwecken widmet. Jetzt: Bäumen. Bäume boomen gerade, und das ist gut so. Um auf ihre buchstäblich wachsende Bedeutung hinzuweisen, hat der Herzog angekündigt, schöne Fotos von schönen Bäumen auf seinem royalen Sussex-Instagram-Account zu veröffentlichen. Bedingung/Wunsch ist, dass sie von unten nach oben geknipst wurden, gehastaggt mit #lookingup. Und Sie als aufmerksame Leserinnen und Leser wissen: Das macht diese Bloggerin schon laaaange – Zauberdächer knipsen! Und auch wenn ich stets 0 likes dafür bekomme, und auch wenn der Herzog sie doof findet – ich finde sie toll!

Das Schöne an der Baumknipserei ist ja, dass die sich nicht zieren. Die wollen sich nicht vorher Wimpern ankleben, sie machen keine duckfaces und sind auch nicht zu eitel, um als glückliche, aber müde junge Mama mit dem Neugeborenen zu posieren. Ein berühmter Fotograf soll einmal gesagt haben: „The best time to take a photograph is when it’s too cold, too windy, too wet, too hot, too early, too late, or you’re too hungry and too thirsty for anyone with common sense to worry about appearances, because it’s at those moments human energy becomes palpable.“  Kann dazu nur anmerken, dass ich regelmäßig beschimpft werde, wenn ich versuche, Menschen in solchen Situationen zu knipsen. Dann lieber Bäume, und weil Herbst ist – sehen Sie selbst. (Sie müssen auch nix liken :-))