Mit dem Herbst blättern.

Herbst ist auch, was man aus abgelaufenen Jahreskalendern der wunderbaren Marjolein Bastin machen kann…

PS: Papier ist toll. Werft bloß nix weg, womit man noch basteln kann 🙂

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Ein Baum ist ein Baum.

  

Ich habe eine sehr interessante Möglichkeit gefunden, einen Baum zu pflanzen. Eigentlich eher: pflanzen zu lassen… . Aber Baum ist Baum, jeder zählt. Schaut selbst:

https://www.otto.de/reblog/rexikon/

Mein Beitrag zu Fast Fashion wurde veröffentlicht. Jetzt würde ich gern noch das Apfelsaftabo gewinnen 🙂

Grün.

Nein, früher war nicht alles besser. Aber vieles leichter: Um „grün“ zu sein, brauchte man nur einen Anti-AKW Button, einen Bundeswehrparka und ein Palästinensertuch. Man musste für das Recht auf Abtreibung sein und gegen das Robbenschlachten. Sitzblockaden waren auch in der Schule ein legitimes Mittel, um die Forderung nach Hitzefrei zu unterstützen, und wirklich Sorgen machten wir uns nur um den deutschen Wald, wegen des sauren Regens. Und um den Weltfrieden natürlich.

Ja, es gab auch obergrüne Fundamentalisten: Die marschierten in Brokdorf, stillten ihre Kinder, bis sie zur Schule kamen und experimentierten mit Rastazöpfen, Drogen und Religionen. Wenn sie dann auch noch begabte Demagogen waren, verehrten wir sie ein bisschen und hätten gerne Sex mit ihnen gehabt. Aber sie waren eher die Wimpel eines Lebensgefühls, nicht die Räder.

Grün zu leben war leicht, damals: Für Flugreisen reichte das Geld nie, es wurde gezeltet an Nord- und Ostsee. Supermärkte waren super, aber Wochenmärkte waren billiger. Wer sich ein Auto leisten konnte (oder das der Eltern benutzen durfte), der nahm alle mit, und es passen definitiv mehr als 5 Personen in einen PKW. Und in meinem Kleiderschrank gab es nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten Neues, selbst als ich voll berufstätig war und eigenes Geld verdiente, besaß ich nur 3 Hosen: eine „gute“ schwarze, eine aus Cord und eine Blue Jeans. Dann eröffnete der erste „Jean Pascale“-Laden in Hamburg und plötzlich bekam man Klamotten zum Preis einer Schachtel Zigaretten. Das war das grüne Ende. Die Wende, sozusagen.

LaWendula von https://wordpress.com/read/blog/id/9721893 hat mich gefragt, ob ich glücklich damit bin, ökologisch achtsam zu leben. Tatsächlich bin ich weit davon entfernt, so zu leben, denn das wäre mit Einschränkungen verbunden, die ich auch als solche empfinde. Zweifel , Aufbegehren, Sünden sind an der Tagesordnung. Aber so, wie man sich entscheidet, einer alten Dame über die Straße zu helfen, so habe ich mich entschieden, es wenigstens zu versuchen. Denn es tut mir gut, selbst zu bestimmen.

PS: Greenpeace hat heute auf dem Rathausmarkt eine Aktion gegen Ölbohrungen in der Arktis durchgeführt. Lauter nette Leute! Wie früher, ganz in grün…

too fast, too fashion.

     

Als am anderen Ende der Welt 2011 Fukushima hochging und ich atemlos die Nachrichten verfolgte, da titelte ein Hamburger Morgenblättchen mit dem Photo eines toten Hundes in einem Straßengraben: „WER HAT IHM DAS ANGETAN?“ Ich habe nie wieder eine Ausgabe gekauft.

Gestern habe ich mir meine tru blu-Lieblingsjeans (zero chemicals & reduced water consumption) mein Cotton-made-in-Africa-T-Shirt und meine Lieblingsstrickjacke  (Label des Danish Fashion Ethical Charter) angezogen und mir im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe die „fast fashion“-Ausstellung angesehen, „die Schattenseiten der Mode“. Natürlich war ich vorbereitet auf das, was mich dort an Informationen erwartete, aber die Konfrontation mit Bild und Ton war schwer auszuhalten. Der Raum war voller Besucherinnen und Besucher. Wir schwiegen, alle. Bedröppelt. Im slow fashion-Teil der Ausstellung ging es dann um so lebhafter zu, dort konnte ich über meine Eindrücke sprechen, diskutieren, den Kloß im Hals mit guten Vorsätzen spicken, auch fotografieren. Und laut darüber nachdenken:

Ja verdammt, Menschen sind zu Mitleid fähig. Dass wir Haustiere manchmal genau so mögen wie Menschen, muss man wohl hinnehmen, ist aber ganz schön ungerecht, vor allem anderen Tieren gegenüber. Dass uns alles, was nicht unmittelbar vor unseren Augen passiert, weniger interessiert, ist wohl eine menschliche Schwäche, kann aber unmenschliche Züge haben. Dass wir die Augen zumachen, die Verantwortung anderen überlassen, dass man sich wirklich jeden Dreck leisten kann, wenn jemand dafür bezahlt, das ist zum Kotzen. Aber dass es um nicht mehr und nicht weniger als Mode geht, wofür Menschen und Tiere gequält werden, Gewässer vergiftet, Lebensräume zerstört werden, ist unerträglich.

Das globale Geschäft mit der Bekleidung ist gigantisch und skrupellos, aber am Ende des Tages geht es auch dort nur um´s Geld. Und das haben wir in unseren Portemonnaies. Wir.

Wäre schön, wenn man die Ausstellung in jedem bundesrepublikanischem Einkaufszentrum zeigen würde. Das Thema ist nicht museumsreif. Und für mich heißt es nun, Gütesiegel zu studieren:

http://www.siegelklarheit.de/home

https://www.otto.de/reblog/rexikon/

Wenn´s passt, dann passt´s.

   
Mein Supermarkt und ich, wir wohnen in einem Viertel, in dem der Duft von gebratenem Fleisch vom Angrillen bis zum Abgrillen (also ganzjährig) durch die Vorgärten zieht. Es gibt mehr Autos als Fahrräder, und die öffentlichen Plätze sind übersät von Zigarettenkippen, Schalen von Sonnenblumenkernen und zerbrochenen Flaschen. Grün wählt hier kaum jemand, die jungen Leute tragen Jogginghosen statt Superstar, und einen Hipster habe ich hier noch nie gesehen. Kurz: Ein Reformhaus würde ich hier nicht eröffnen.Und doch gibt es im Supermarkt fast alles, was das Bioherz begehrt, neuerdings auch regionales Obst mit kleinen Schönheitsfehlern (zum halben Preis), vegane Wurst und Fertiggerichte, das komplette Soja-Sortiment, sogar Agar Agar und Agavendicksaft. Da geht etwas.

Und umgekehrt: Haben wir Antitranspirant benutzt, obwohl wir wussten, dass sich im Behälter nicht nur Bergluft und Quellwasser befinden. Haben wir halt beim Sprühen die Luft angehalten. Als sich herausstellte, dass das darin enthaltene Aluminium in den Körper eindringen kann, waren alle entsetzt und kauften fortan nur noch Deo ohne. Zack! haben die meisten großen Hersteller ihre Produktion umgestellt und verkaufen nun selbstverständlich ohne Aluminium. Und siehe da, trotzdem muss keiner stinken.

Nicht, dass der Kunde immer König wäre, aber da geht ´was. Ob Acrylamid, Formaldehyd oder Glutamat – wenn wir wirklich nicht mehr wollen, dann geht es offensichtlich auch ohne. Und wenn wir wollen, dann kriegen wir auch.

Blue Jeans zum Beispiel, die umweltschonend hergestellt werden, die kann man heute schon zu einem anständigen Preis kriegen. Die fühlen sich gut an, im Kopf und auf der Haut. Und sehen gut aus! Man stelle sich vor: Was, wenn alle nur noch Öko-Jeans tragen wollten…? 

Ich danke Carolin und Eliza für Inspiration und Illustration 🙂
Zum Weiterlesen: https://netzwerkfairemode.wordpress.com/2012/03/27/good-jeans-guide/ , https://www.otto.de/reblog/eco-fashion-stores-5101/ und der Blog zur Fast Fashion-Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe http://stilbrise.de/ .