Reset.

Der Nachhaltigkeitsblog endet hier. Ich bereite mich auf ein neues Abenteuer vor: Möchte noch einmal die Liebe finden. So richtig mit Magie, mit deep impact und elektrischen Fingerspitzen. Möchte Arme finden, die mich halten können, wenn ich Halt brauche. Möchte schlafen mit der Nase im Nacken des Geliebten und wenn wir schon dabei sind: Büsch’n öfter Sex wäre auch ganz o.k.

Ihnen allen friedliche und liebevolle Weihnachten! Schüüs…

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Oh ja, Baum.

  

Nix da mit Weihnachtsbaum.  Die Ökodinger aus den Ökowäldern sind richtig teuer, die Exemplare aus dem Straßenverkauf  sind´s aus Gründen gerade nicht, unser Wäldchen wurde plattgemacht und überhaupt will ich erst wieder einen aufstellen, wenn ich endlich Oma bin (kann noch dauern…). Nein, auch ein schwergewichtiger Ballenbaum kommt mir nicht wieder ins Haus, selbst wenn es beim nächsten Mal ohne Hexenschuss und zermatschte Zehen abgehen sollte. Aber ich möchte all das, was da in der warmen Bude aus der Erde krabbelt, das sechsbeinige und das achtbeinige, doch lieber nicht zwischen meinen Weihnachtskeksen haben.  Zu viel Natur.

Es gibt einen Karton, in dem 18 Jahre Schnipsel gesammelt wurden. Vom Papier, in das die Weihnachtsgeschenke des Töchterchens eingewickelt waren. Mit Liebe eingepackt, wirklich. Daraus habe ich einen Weihnachtsbaum gebastelt. Und der wärmt das Herz ganz ohne Kerzenlicht. Wirklich.

California dreaming.


Einen Film über den Yosemite-Park gesehen, mich erinnert: Da war ich auch. Einen  Rucksack des Liebsten auf dem Buckel, ein Zelt, ein Flugticket, mehr brauchte es damals nicht, um vier Wochen durch den Südwesten der USA zu reisen. Geld? Man kann sich hervorragend von apple cinnamon tea und donuts ernähren, und die besten Sachen gibt es eh umsonst. Wenn wir wirklich etwas mehr haben mussten, wurde der nächste heranwedelnde Hund gestreichelt, tolles Tier! gorgeous! beteuert und erzählt, dass wir hamburger sind. Dann war uns eine Einladung sicher.

Heute nennen  wir es vielleicht Minimalismus, damals wusste ich nur, dass ich niemals mehr besitzen möchte, als in einen VW Bulli passt. Doch dann bekommt man ein Kind, baut ein Nest, baut eine Burg, und die Zwischenräume füllen sich, weil man viel mehr braucht für zwei. Viel kaufen konnte ich nicht: Wenn eine Frau nur ihre Liebe, ihre Haut, ihren Stolz und einen Halbtagsjob hat, dann ist Geld ein schwieriges Thema. Unterhalt habe ich nie akzeptiert, um nicht in Abhängigkeit zu geraten, betteln oder streiten zu müssen, die Beziehung nicht zu belasten, ein „freikaufen“ zu verhindern – ach. Auch Geschenke habe ich verweigert, wollte niemandem etwas schuldig sein.  Wo  ich staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen musste, habe ich jeden Pfennig zurückgezahlt. Wären meine Eltern nicht gewesen – aber sie waren ja da.

Vor drei Jahren wurde mir dann klar, dass alles, was ich besitze, Müll ist in der Stunde des Todes (bis auf die Tupperware).  Ich habe seitdem ordentlich reduziert und bewahre nur das Zeug, mit dem ich wirklich leben will. Das Wertvollste, das ich besitze, ist mein Handy (ich ahne, wie sich die Augen des Töchterchens verdunkeln, wenn sie dies liest… sie hasst das Ding). Außerdem bin ich Mutterspeicher – unsere kleine Wohnung ist immerhin ein Elternhaus – und hoffentlich eines Tages Großmutter. Die Kisten mit den Legosteinen und den langhaarigen bunten Ponys vom Flohmarkt müssen bleiben!

Wenn ich meine Bilder aus den Rahmen holen würde, die Photos aus den Alben, meine Aufzeichnungen und einige persönliche Erinnerungsstücke herauskramte – ich würde immer noch in einen Bulli passen.

Alles richtig gemacht.

 

Vom Winterspeck.

  

Wie denn das werte Befinden der Dame sei, möchte mein Kollege wissen. Er möge es lassen, knurre ich ihn an. Doch weil er eine Papiertüte von meinem Lieblingsbäcker in der Hand hat, lege ich ein Lächeln nach. Mit einem Mandelhörnchen im Sinn klappt das ganz gut. Er grinst. „Du siehst gerade wie eine hungrige Möwe aus.“

So so.

P.S.: Die Biester sind derzeit sehr erfolgreich darin, den Touristen die Leckereien vom Weihnachtsmarkt abzujagen. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen 2. Advent…