Außer Konkurrenz.

Frank Otto ist einer von den Guten. Und er hat Geld. Das eröffnet ihm jede Menge Chancen, Gutes zu tun. Und selbst wenn er weniger Gutes tun würde, wäre er ein Guter. Dieser Herr Otto macht einfach, was er will (auch mit seinem Geld), und das ist sicher ein nicht unwesentlicher Teil seiner Attraktivität. Er kann Meeresschildkröten retten oder seiner Freundin Ohrringe für 85.000 Euro kaufen. Von dem Geld könnte man sicher auch ein paar mehr Meeresschildkröten retten, aber man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sich nicht engagiert. Da gibt es ganz andere.

Nun verknallt sich dieser Mann in ein Mädchen, das 40 Jahre jünger ist als er. Gerade eben volljährig ist sie, hübsch und von einer skrupellosen Mutter früh auf eine Karriere als Model und Gattin reicher alter Männer getrimmt. Glück hat sie, als sie auf den reichen alten Herrn Otto trifft, der auf Konventionen scheißt und sie zur „Charity Lady“ umschulen will. Auch wenn sie gar nicht versteht, was das bedeutet. Aber sie kann ja schon mal hübsche Photos von sich machen lassen, für alle Fälle. Und der Herr Otto zieht einen Anzug an und bekommt ein Bussi dafür.

Mich geht das nix an, außer, wenn die beiden mit einem Fernsehteam auf die Seychellen fliegen und ich deshalb „Goodbye Deutschland“ einschalten muss: Diese Inseln lösen in mir Heimweh und Fernweh aus. Und so blieb es mir leider nicht erspart zu sehen, wie Herr Otto sich zum Narren macht. Schaden wird ihm das nicht, er hat halt Geld, das wird ihm auch über üble Gören (und ihr über üble Nachrede) hinweghelfen. Aber ich frage mich schon,  an was ich mich eigentlich so störe? Kann doch jeder lieben, wen er bzw. sie will.

Was wäre denn, wenn dasselbe Mädchen nicht Model-Ische, sondern Greenpeace-Aktivistin wäre? Oder Bergsteigerin? Oder wenigstens Kräuterhexe?  Ich würde das Paar feiern. Muss also das Dornröschen zum Prinzen  passen, damit ich zufrieden bin? Sollte ich nicht viel eher feiern, wenn zwei sich lieben, die so gar nicht zueinander zu passen scheinen? Und warum sollten die denn auch noch sympathisch sein?

Ich bin dann mal für Fratalie. Aber bitte haten Sie mich deshalb nicht. Ich kucke ja auch gern den European Song Contest.

PS: Alle meine Photos sind privat.

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2 Gedanken zu „Außer Konkurrenz.

  1. Glaubst Du wirklich, dass das Liebe ist? Spielen da nicht eher wirtschaftliche, Status und andere Überlegungen eine Rolle? …. Schmunzel …. Hast Du das Gefühl … auch haben wollen?

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