Gegen die Uhr.

1980 wurde die Sommerzeit verbindlich eingeführt. Der Ölkrise 1973 geschuldet und der Einsicht, dass Energie aus fossilen Brennstoffen nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht, wird seitdem zweimal pro Jahr an der Uhr gedreht. Ein Vorläufer der Energiewende also, mit eher nicht so bewusstseinserweiternder Wirkung: Angeblich habe das  Umweltbundesamt festgestellt, dass durch das Vor- und Zurückstellen der Uhren keine Energie gespart würde, weil man zwar weniger Licht brauche, aber dafür mehr heizen würde. Noch lustiger ist die Meinung der deutschen Energiewirtschaft (!), die angeblich seit Jahren keine Einsparungen durch die Sommerzeit erkennen könne. Meine Augenbrauen fragen sich einmal mehr, was die denn da eigentlich gemessen haben.

Seit 37 Jahren, eigentlich seit 39 Jahren (da wurde es probeweise eingeführt), startet nun alljährlich im Frühling das große Geheul aufs Neue: Jetzt muss man also wieder eine Stunde früher aufstehen, obwohl man abends eine Stunde länger wachbleibt. Rehe und Wildschweine werden überfahren, weil die nun mal nicht früher aufstehen und direkt in den Berufsverkehr geraten. Auch die Fütterungszeiten für das liebe Vieh sind betroffen, und so quält sich ganz Deutschland mit einmal einer Stunde Schlafentzug und einer Stunde früher Frühstück herum. Die Allgäuer Milchbauern sollen eine Lösung für das Problem gefunden haben: Weil ihre Milchkühe etwa zwei Wochen für die Umstellung der Melkzeiten brauchen, lassen sie sich einfach zwei Wochen Zeit mit der Umstellung. Das kann sich natürlich nicht jeder leisten. Schlimm.  Und dann noch die armen Menschen, die trotzdem  mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen – der ADAC warnt vor Verkehrsunfällen. Schlimmschlimm.

Die große Müdigkeit ist das Gesprächsthema heute. Ich freue mich darauf, mich wie jedes Jahr unbeliebt zu machen, weil mir das gar nichts ausmacht. Und unschuldig zu fragen, ob die Umstellung auf die „normale“ Zeit im Herbst denn auch so viele Probleme verursache? Und wie man denn den Wechsel in eine andere Zeitzone verkrafte, bei Reisen zum Beispiel. Überhaupt Reisen: Wer ist noch nie mitten in der Nacht aufgestanden, um den Flieger morgens um 6 Uhr zu erreichen? Urlaub im Eimer, oder?

Ich mag Sommer und ich mag Sommerzeit. Schlimm?

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3 Gedanken zu „Gegen die Uhr.

  1. Ich liebe die Sommerzeit. Sie entspricht viel eher meiner inneren Uhr. Außerdem habe ich jetzt ne Stunde länger Sonne auf dem Balkon. Also gefühlt. Meinetwegen könnte immer Sommer sein 🙂

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