Wird ja viel diskutiert über den ÖPNV in Hamburg.

Öfter, pünktlicher, billiger soll er. Dann würden viel mehr Leute und so. Ich behaupte mal, das behaupten nur Leute, die keine S-Bahnen nutzen. Und die sich deshalb nicht vorstellen können, dass es nicht angenehm ist, dicht an dicht mit fremden Menschen (die nicht alle gut riechen, die nicht alle gesund sind und die beileibe nicht alle nett sind und diese Situation entspannt aushalten) wie in einem Viehtransport zur Arbeit gekarrt zu werden. Dass gilt auch für den Fall, dass man einen Sitzplatz ergattert hat: Dann befinden sich als kleines Extra Ärsche auf Augenhöhe. Ansonsten gibt es noch Tür- , Weichen-, Signal-, und Stellwerkstörungen, Stromabschaltungen wegen betriebsfremder Personen im Gleis oder Unfällen, Böschungsbrände oder abgeknickte Bäume, die für Stillstand sorgen. Ohne die Möglichkeit, auf Klo zu gehen. Ich behaupte mal, wer es sich leisten kann, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, der tut es auch. (Und das gilt so ja tatsächlich für fast alle Umweltsünder.)

In den Ferien werden die armen Deppen, die arbeiten müssen, gern mit Baumaßnahmen auf der Strecke beglückt. Das bedeutet: Schienenersatzverkehr (bitte gruselige Musik einspielen). Dieselben Leute, die in eine volle S-Bahn passen, müssen nun in einen Bus passen. Der nächste kommt vielleicht gleich, in 20 Minuten oder gar nicht. Die Leute rennen, fluchen, schubsen, während sich neongelb bewestete Security in den Weg stellt und darauf achtet, dass ihnen keiner etwas tut. Die Reisezeit, die sich „um bis zu 20 Minuten verlängern kann“, verlängert sich um bis zu 120 Minuten.

Aktuell befinde ich mich in der SEV-Hölle zwischen Tiefstack und Berliner Tor, Tag 4.  Lustige Zwischenfälle bisher: Ein Laster, der sich auf meinem persönlichen SEV-Ausweichumweg vor dem Bus quer gelegt hat. Ein Faustschlag in den Rücken, der mich bei dem Versuch, den Regionalzug nach Schwerin (wg. Alternativroute) zu stürmen, niedergestreckt hat. Ein Zugführer, der die Fahrgäste über Lautsprecher asozial nannte und deshalb die Stellwerkstörung, die ihn zum Halten zwang, als verdient pries. Eine Stromabschaltung (Gründe unbekannt) auf dem Bahnabschnitt, mit dem man den SEV erreichen konnte. Heute: Trecker-Demo. Die Busse des SEV fahren einfach einen Riesen-Umweg.

Und was soll ich sagen: Bisher bin ich immer irgendwo angekommen. Kann man nicht meckern. Oder doch?

PS: Ich möchte NICHT, dass mehr Leute und so. Mir reicht es auch so.

Ein Gedanke zu „Wird ja viel diskutiert über den ÖPNV in Hamburg.

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